Höhepunkte aus 40 Jahren Naturfreunde Weilheim
Jedes Vereinsjahr hat naturgemäß seine Höhepunkte. Allein diese
alle aufzulisten würde unsere Festschrift füllen. Deshalb sei
uns erlaubt, nur einen Ausschnitt aus unserem vielfältigen Vereinsleben
zu zeigen.
1961: Wiedergründung der Ortsgruppe am 10. März 1961 im
Gasthaus Diana mit Ludwig Gabriel als 1.Vorsitzender und Lorenz
Erhardt als sein Stellvertreter. Hans Müller übernimmt die Funktion
des Kassierers. Der Verein beginnt zu Leben: erste Wanderungen
und Bergtouren werden durchgeführt, dazu kommen erstmals auch
Fotowanderungen. Im September wird die Fotogruppe gegründet, die
von der Simon Lindermaier geleitet wird. Die Zahl der Vereinsmitglieder
steigt bis zum Jahresende auf stattliche 24.
1962: Der Vorstand wird erweitert, Karl Haffner übernimmt
das neue Amt des Schriftführers. Das Vereinsprogramm wird als
Monatsprogramm an die Mitglieder verteilt. Die Vereinsaktivitäten
werden um den Bereich Wintersport erweitert.
1963: Die Jahreshauptversammlung vom 13. Februar bringt
Veränderungen im Vorstand. Lorenz Erhardt übernimmt den Vorsitz.
Erstmals laden die Naturfreunde auch zu einem öfffentlichen Filmabend
in den Bräuwastlsaal ein. Oberförster Zeitler zeigt den Film "Bergwild".
Im Saulgruber Naturfreundehaus findet die erste Kinderfreizeit
der Weilheimer Naturfreunde statt. Aktivitäten strahlen aus, bei
der Wiedergründung der Penzberger Naturfreunde wird die Vorarbeit
von den Weilheimern geleistet.
1964: Die Naturfreunde markieren am Gögerl vier Wanderwege,
hängen bei der Aktion "Kohlmeise" in der Au 150 Nistkästen auf
und gründen die Skischule Weilheim. Inzwischen ist die Zahl der
Mitglieder bereits auf über 100 angestiegen.
1965: In der Jahreshauptversammlung wird ein weitreichender
Beschluß gefasst: Der Bau des Naturfeundehauses an der Ammer wird
beschlossen, die Stadt Weilheim gibt das Grundstück dazu in Erbpacht.
1969: Am 17. Mai wird das Naturfreundehaus eingeweiht.
Für den Bau wurden über 11 000 Arbeitsstunden von den inzwischen
200 Mitgliedern ehrenamtlich geleistet. Mirl Rehthaler übernimmt
( und es werden daraus 25 Jahre ) die Wirtschaftsführung im Naturfreundehaus,
Adolf Rehthaler wird Hausreferent.
1970: Für die nächsten 3 Jahre wird Josef Förster zum
Vorsitzenden gewählt. Neue Aktivitäten und auch neue Erfahrungen:
Wir führen den 1. Weilheimer Wandertag durch ( es werden insgesamt
9 IVV-Wandertage), veranstalten die 1. Weilheimer Fotoausstellung
der Naturfreunde und erleben leider auch das 1. Ammerhochwasser
im Naturfreundehaus.
1974: Im Pustertal mieten wir eine Hütte, die "Weilheimer
Alm". Sie soll Stützpunkt für Bergwanderer und Wassersportler
sein. Die Geschicke des Vereins liegen wieder in den Händen von
Lorenz Erhardt, sein Vertreter ist Josef Förster. Die Mitgliedszahl
ist auf 335 angewachsen.
1977: Einweihung des "Abenteuer-Spielplatzes": Die Naturfreunde
haben inzwischen mit regelmäßigen Papier- und Kleidersammlungen
begonnen. Mit dem Erlös konnte der Kinderspielplatz am Naturfreundehaus
gebaut und mit entsprechendem Spielgerät bestückt werden.
1979: Die Feiern zum 10 jährigen Hausjubiläum werden
vom 2. Hochwasser überschattet, die Keller sind bis zur Decke
voll, der Zugang zum Haus nur mit Boot möglich. Langwierige Reinigungs-
und Trocknungsarbeiten folgen. Es gibt auch erfreuliches zu berichten:
An 240 Veranstaltungen beteiligen sich 7783 Personen. Erstmals
in der Vereinsgeschichte gewinnt die Fotogruppe den Wanderpreis
des Landesverbandes, der dem Fotogruppenleiter in Kulmbach überreicht
wird.
1981: Einwöchige Freizeit der Kindergruppe auf der Barbarahütte
am Kreuzeck. Ebenfalls eine Woche dauert die Brentatour der Bergsteiger.
1982: Im Wasserscchutzgebiet am Gögerl wird um die gepflanzte
Hecke ein Wildschutzzaun errichtet. Erstmals diskutieren wir um
den Bebauungsplan "Weilheimer Moos und Schwattach Filz".
1985: Busfahrt in die Toscana. Die Bergsteiger verbringen
eine 10 tägige Hochtourenfreizeit im Monte Rosa Gebiet. Unsere
Radlerfreunde starten zur alpinen Radfernfahrt.
1986: Das Jahr steht ganz im Zeichen des Jubiläums "25
Jahre wieder Naturfreunde Weilheim" mit Festabend, Jubiläumsausstellung,
Fotoausstellung und Baumpflanzaktion.
1989: Die Ortsgruppe erhält den Umweltpreis der Stadt
Weilheim. Das Naturfreundehaus besteht seit 20 Jahren.
1991: Wir beginnen den Erweiterungsbau am Naturfreundehaus,
sind Mitveranstalter bei der Ausstellung "Sanfte Energie" und
nehmen erstmalig Kontakt auf zur OG Wilthen in Sachsen. Joseph
Wurm wird stellv. Vorsitzender.
1993: Der Neubau macht infolge der sehr vielen freiwilligen
Arbeitsstunden gute Fortschritte. In Wilthen wird in einer kleinen
Feier offiziell die Partnerschaft geschlossen.
1994: Höhepunkt im Vereinsjahr ist die Einweihung des
Erweiterungsbaus am 17. Mai. Genau 25 Jahre nach der Einweihung
des "Altbaues".
1997: Mit einer dokumentarischen Fotoausstellung "Von
der Qulle zur Mündung" begehen wir das 10jährige Bestehen unserer
Bachpatenschaft am Tiefenbach.
1999: Trotz der umfangreichen Hochwasserfreilegung der
Ammer schlägt das Hochwasser wieder zu. Wieder sind alle Kellerräume
bis zur Decke mit Wasser gefüllt. Der Schaden liegt bei etwa 100000.-
DM. Mit öffentlichen und eigenen Mittel, Spenden und eigener Arbeitsleistungen
haben wir auch diese missliche Situation gemeistert und bereits
14 Tage später das Bundesseminar Natur- und Heimatkunde zur vollsten
Zufriedenheit der Teilnehmer organisiert und betreut.
2000: Joseph Wurm wird zum Vorsitzenden gewählt. Lorenz
Erhardt zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er erhält für sein langjähriges
aktives Wirken zum Wohle Weilheims den Ehrenring der Stadt Weilheim.
2001: Ehrenvorsitzender Lorenz Erhardt erhält das Bundesverdienstkreuz
am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Chronik der Naturfreundebewegung
1895 Gründung der Naturfreunde in Wien. Der Lehrer Schmiedl,
ein überzeugter Sozialist, will den Arbeitern helfen und sie hinausführen
in die Natur. Er legt den Grundstein, aus dem eine internationale
Freizeit- und Kulturorganisation der Arbeiterbewegung entsteht.
Alois Rohrauer wird Obmann. Die ersten "Laternenbildervorträge"
werden veranstaltet.
1897 Die Zeitschrift "Der Naturfreund" entsteht als Bindeglied
zu den Mitgliedern. Schwerpunkt ist von Anfang an der Bildungsauftrag.
Eine naturkundliche Gruppe wird gegründet.
1905 Die ersten Naturfreunde-Ortsgruppen außerhalb Österreichs
entstehen in Zürich / Schweiz und München / Deutschland
1907 Das erste Naturfreundehaus wird am Padasterjoch in
Tirol eröffnet. Zur Einweihung, zu der Tausende Naturfreunde mit
Sonderzügen gekommen sind, sprechen Nationalrat Dr. Karl Renner,
und Alois Rohrauer.
1908 In Nürnberg wird von Xaver Steinberger eine Ortsgruppe
gegründet. Er wird in den Jahren von 1908 bis 1955 zur bestimmenden
Person der deutschen Naturfreunde, als Reichsvorsitzender vor
1933 und Bundesvorsitzender nach 1945.
1910 Die Ortsgruppe München eröffnet das erste deutsche
Naturfreundehaus, die Musauer Alm in Tirol.
1926 Die Naturfreundebewegung hat sich weit über Europa
verbreitet. Alle Ortsgruppen gehören dem Zentralverein in Wien
an. Aus organisatorischen Gründen entstehen Landesorganisationen
in den einzelnen europäischen Staaten.
1933 Die deutsche Naturfreundebewegung wird von den Nationalsozialisten
verboten. Die Häuser werden beschlagnahmt und Funktionäre verhaftet.
1939 Beginn des 2. Weltkrieges. Alle europäischen Landesorganisationen
der Naturfreunde - mit Ausnahme der Schweiz - werden zerschlagen.
1946 Interzonenkonferenz in Frankfurt. In der sowjetischen
Besatzungszone wird keine eigenständige Naturfreundeorganisation
zugelassen.
1948 Aufnahme der deutschen Naturfreunde in die Naturfreunde-Internationale.
1956 Die Naturfreunde werden Mitglied im Deutschen Naturschutz-Ring.
1966 Erstes Bundestreffen der deutschen Naturfreunde in
Konstanz.
1974 1. Umweltkongreß der Naturfreunde-Internationale (NFI)
in Bregenz. Deutschland und Österreich legen umfassende Konzepte
vor.
1984 Fotoausstellung des Europarates in Athen. Die Fotoaustellung
zu der Aktion "Schützt Ufer und Küsten" wurde von deutschen Naturfreunden
gestaltet.
1985 90 Jahre Naturfreunde in der Welt - 80 Jahre Naturfreunde
in Bayern. Eröffnung von drei neuen Naturfreundehäusern: Pleinfeld
/ Mittelfranken, bei Weiden / Oberpfalz, und Pfaffenhofen / Oberbayern
1986 Aktives Mitwirken beim 1. Deutschen Umwelttag in Würzburg.
1987 Landesversammlung in Kulmbach. Die Landesversammlung
beschließt alle Naturfreundearbeit in Bayern dem Natur- und Umweltschutz
unterzuordnen.
1989 Die Naturfreunde-Internationale proklamiert erstmals
die Landschaft des Jahres. Diese Arbeit ist inzwischen zu einem
Markenzeichen geworden. Lebensraum Bodensee (1989) Neusiedlersee-Seewinkel
(1990) Eifel-Ardennen(1991) Odermündung (1993) Alpen (1995) Maas
(1997)
1990 Wiedervereinigung Deutschlands. In der ehemaligen
DDR waren die Naturfreunde als Organisation nicht zugelassen und
die Naturfreundehäuser zu Jugendherbergen oder Ferienheimen umfunktioniert
worden. Erste Ortsgruppen in den "neuen"Ländern werden wiedergegründet.
Die Rückführung der Naturfreundehäuser beginnt.
1995 100 Jahre Naturfreunde - 90 Jahre Naturfreunde in
Deutschland.
1997 "Blaue Flüsse für Europa" Die bayerischen Naturfreunde
führen zum obigen Thema eine Großveranstaltung an und auf der
Donau durch, an der sich 1000 Naturfreunde aus allen bayerischen
Bezirken beteiligen. Die Naturfreunde heute: Mit rund 600.000
Mitgliedern in ca. 3500 Gruppen zählen die Naturfreunde weltweit
zu den größten nicht gewinnorientierten Organisationen umweltbewußter
Freizeit-, Sport- und Bildungsmöglichkeiten. Die Naturfreunde
verfügen über mehr als 1000 Naturfreundehäuser in Europa und Übersee.
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