NaturFreunde     Weilheim i. OB e.V.

Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

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Historie
Stammbaum der südbayerischen Naturfreundegruppen 1920
Hier gibts eine vergrößerte Ansicht
Höhepunkte aus 40 Jahren Naturfreunde Weilheim

Jedes Vereinsjahr hat naturgemäß seine Höhepunkte. Allein diese alle aufzulisten würde unsere Festschrift füllen. Deshalb sei uns erlaubt, nur einen Ausschnitt aus unserem vielfältigen Vereinsleben zu zeigen.

1961: Wiedergründung der Ortsgruppe am 10. März 1961 im Gasthaus Diana mit Ludwig Gabriel als 1.Vorsitzender und Lorenz Erhardt als sein Stellvertreter. Hans Müller übernimmt die Funktion des Kassierers. Der Verein beginnt zu Leben: erste Wanderungen und Bergtouren werden durchgeführt, dazu kommen erstmals auch Fotowanderungen. Im September wird die Fotogruppe gegründet, die von der Simon Lindermaier geleitet wird. Die Zahl der Vereinsmitglieder steigt bis zum Jahresende auf stattliche 24.

1962: Der Vorstand wird erweitert, Karl Haffner übernimmt das neue Amt des Schriftführers. Das Vereinsprogramm wird als Monatsprogramm an die Mitglieder verteilt. Die Vereinsaktivitäten werden um den Bereich Wintersport erweitert.

1963: Die Jahreshauptversammlung vom 13. Februar bringt Veränderungen im Vorstand. Lorenz Erhardt übernimmt den Vorsitz. Erstmals laden die Naturfreunde auch zu einem öfffentlichen Filmabend in den Bräuwastlsaal ein. Oberförster Zeitler zeigt den Film "Bergwild". Im Saulgruber Naturfreundehaus findet die erste Kinderfreizeit der Weilheimer Naturfreunde statt. Aktivitäten strahlen aus, bei der Wiedergründung der Penzberger Naturfreunde wird die Vorarbeit von den Weilheimern geleistet.

1964: Die Naturfreunde markieren am Gögerl vier Wanderwege, hängen bei der Aktion "Kohlmeise" in der Au 150 Nistkästen auf und gründen die Skischule Weilheim. Inzwischen ist die Zahl der Mitglieder bereits auf über 100 angestiegen.

1965: In der Jahreshauptversammlung wird ein weitreichender Beschluß gefasst: Der Bau des Naturfeundehauses an der Ammer wird beschlossen, die Stadt Weilheim gibt das Grundstück dazu in Erbpacht.

1969: Am 17. Mai wird das Naturfreundehaus eingeweiht. Für den Bau wurden über 11 000 Arbeitsstunden von den inzwischen 200 Mitgliedern ehrenamtlich geleistet. Mirl Rehthaler übernimmt ( und es werden daraus 25 Jahre ) die Wirtschaftsführung im Naturfreundehaus, Adolf Rehthaler wird Hausreferent.

1970: Für die nächsten 3 Jahre wird Josef Förster zum Vorsitzenden gewählt. Neue Aktivitäten und auch neue Erfahrungen: Wir führen den 1. Weilheimer Wandertag durch ( es werden insgesamt 9 IVV-Wandertage), veranstalten die 1. Weilheimer Fotoausstellung der Naturfreunde und erleben leider auch das 1. Ammerhochwasser im Naturfreundehaus.

1974: Im Pustertal mieten wir eine Hütte, die "Weilheimer Alm". Sie soll Stützpunkt für Bergwanderer und Wassersportler sein. Die Geschicke des Vereins liegen wieder in den Händen von Lorenz Erhardt, sein Vertreter ist Josef Förster. Die Mitgliedszahl ist auf 335 angewachsen.

1977: Einweihung des "Abenteuer-Spielplatzes": Die Naturfreunde haben inzwischen mit regelmäßigen Papier- und Kleidersammlungen begonnen. Mit dem Erlös konnte der Kinderspielplatz am Naturfreundehaus gebaut und mit entsprechendem Spielgerät bestückt werden.

1979: Die Feiern zum 10 jährigen Hausjubiläum werden vom 2. Hochwasser überschattet, die Keller sind bis zur Decke voll, der Zugang zum Haus nur mit Boot möglich. Langwierige Reinigungs- und Trocknungsarbeiten folgen. Es gibt auch erfreuliches zu berichten: An 240 Veranstaltungen beteiligen sich 7783 Personen. Erstmals in der Vereinsgeschichte gewinnt die Fotogruppe den Wanderpreis des Landesverbandes, der dem Fotogruppenleiter in Kulmbach überreicht wird.

1981: Einwöchige Freizeit der Kindergruppe auf der Barbarahütte am Kreuzeck. Ebenfalls eine Woche dauert die Brentatour der Bergsteiger.

1982: Im Wasserscchutzgebiet am Gögerl wird um die gepflanzte Hecke ein Wildschutzzaun errichtet. Erstmals diskutieren wir um den Bebauungsplan "Weilheimer Moos und Schwattach Filz".

1985: Busfahrt in die Toscana. Die Bergsteiger verbringen eine 10 tägige Hochtourenfreizeit im Monte Rosa Gebiet. Unsere Radlerfreunde starten zur alpinen Radfernfahrt.

1986: Das Jahr steht ganz im Zeichen des Jubiläums "25 Jahre wieder Naturfreunde Weilheim" mit Festabend, Jubiläumsausstellung, Fotoausstellung und Baumpflanzaktion.

1989: Die Ortsgruppe erhält den Umweltpreis der Stadt Weilheim. Das Naturfreundehaus besteht seit 20 Jahren.

1991: Wir beginnen den Erweiterungsbau am Naturfreundehaus, sind Mitveranstalter bei der Ausstellung "Sanfte Energie" und nehmen erstmalig Kontakt auf zur OG Wilthen in Sachsen. Joseph Wurm wird stellv. Vorsitzender.

1993: Der Neubau macht infolge der sehr vielen freiwilligen Arbeitsstunden gute Fortschritte. In Wilthen wird in einer kleinen Feier offiziell die Partnerschaft geschlossen.

1994: Höhepunkt im Vereinsjahr ist die Einweihung des Erweiterungsbaus am 17. Mai. Genau 25 Jahre nach der Einweihung des "Altbaues".

1997: Mit einer dokumentarischen Fotoausstellung "Von der Qulle zur Mündung" begehen wir das 10jährige Bestehen unserer Bachpatenschaft am Tiefenbach.

1999: Trotz der umfangreichen Hochwasserfreilegung der Ammer schlägt das Hochwasser wieder zu. Wieder sind alle Kellerräume bis zur Decke mit Wasser gefüllt. Der Schaden liegt bei etwa 100000.- DM. Mit öffentlichen und eigenen Mittel, Spenden und eigener Arbeitsleistungen haben wir auch diese missliche Situation gemeistert und bereits 14 Tage später das Bundesseminar Natur- und Heimatkunde zur vollsten Zufriedenheit der Teilnehmer organisiert und betreut.

2000: Joseph Wurm wird zum Vorsitzenden gewählt. Lorenz Erhardt zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er erhält für sein langjähriges aktives Wirken zum Wohle Weilheims den Ehrenring der Stadt Weilheim.

2001: Ehrenvorsitzender Lorenz Erhardt erhält das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Chronik der Naturfreundebewegung

1895 Gründung der Naturfreunde in Wien. Der Lehrer Schmiedl, ein überzeugter Sozialist, will den Arbeitern helfen und sie hinausführen in die Natur. Er legt den Grundstein, aus dem eine internationale Freizeit- und Kulturorganisation der Arbeiterbewegung entsteht. Alois Rohrauer wird Obmann. Die ersten "Laternenbildervorträge" werden veranstaltet.

1897 Die Zeitschrift "Der Naturfreund" entsteht als Bindeglied zu den Mitgliedern. Schwerpunkt ist von Anfang an der Bildungsauftrag. Eine naturkundliche Gruppe wird gegründet.

1905 Die ersten Naturfreunde-Ortsgruppen außerhalb Österreichs entstehen in Zürich / Schweiz und München / Deutschland

1907 Das erste Naturfreundehaus wird am Padasterjoch in Tirol eröffnet. Zur Einweihung, zu der Tausende Naturfreunde mit Sonderzügen gekommen sind, sprechen Nationalrat Dr. Karl Renner, und Alois Rohrauer.

1908
In Nürnberg wird von Xaver Steinberger eine Ortsgruppe gegründet. Er wird in den Jahren von 1908 bis 1955 zur bestimmenden Person der deutschen Naturfreunde, als Reichsvorsitzender vor 1933 und Bundesvorsitzender nach 1945.

1910 Die Ortsgruppe München eröffnet das erste deutsche Naturfreundehaus, die Musauer Alm in Tirol.

1926 Die Naturfreundebewegung hat sich weit über Europa verbreitet. Alle Ortsgruppen gehören dem Zentralverein in Wien an. Aus organisatorischen Gründen entstehen Landesorganisationen in den einzelnen europäischen Staaten.

1933 Die deutsche Naturfreundebewegung wird von den Nationalsozialisten verboten. Die Häuser werden beschlagnahmt und Funktionäre verhaftet.

1939 Beginn des 2. Weltkrieges. Alle europäischen Landesorganisationen der Naturfreunde - mit Ausnahme der Schweiz - werden zerschlagen.

1946 Interzonenkonferenz in Frankfurt. In der sowjetischen Besatzungszone wird keine eigenständige Naturfreundeorganisation zugelassen.

1948 Aufnahme der deutschen Naturfreunde in die Naturfreunde-Internationale.

1956 Die Naturfreunde werden Mitglied im Deutschen Naturschutz-Ring.

1966 Erstes Bundestreffen der deutschen Naturfreunde in Konstanz.

1974 1. Umweltkongreß der Naturfreunde-Internationale (NFI) in Bregenz. Deutschland und Österreich legen umfassende Konzepte vor.

1984 Fotoausstellung des Europarates in Athen. Die Fotoaustellung zu der Aktion "Schützt Ufer und Küsten" wurde von deutschen Naturfreunden gestaltet.

1985 90 Jahre Naturfreunde in der Welt - 80 Jahre Naturfreunde in Bayern. Eröffnung von drei neuen Naturfreundehäusern: Pleinfeld / Mittelfranken, bei Weiden / Oberpfalz, und Pfaffenhofen / Oberbayern

1986 Aktives Mitwirken beim 1. Deutschen Umwelttag in Würzburg.

1987 Landesversammlung in Kulmbach. Die Landesversammlung beschließt alle Naturfreundearbeit in Bayern dem Natur- und Umweltschutz unterzuordnen.

1989 Die Naturfreunde-Internationale proklamiert erstmals die Landschaft des Jahres. Diese Arbeit ist inzwischen zu einem Markenzeichen geworden. Lebensraum Bodensee (1989) Neusiedlersee-Seewinkel
(1990) Eifel-Ardennen(1991) Odermündung (1993) Alpen (1995) Maas (1997)

1990 Wiedervereinigung Deutschlands. In der ehemaligen DDR waren die Naturfreunde als Organisation nicht zugelassen und die Naturfreundehäuser zu Jugendherbergen oder Ferienheimen umfunktioniert worden. Erste Ortsgruppen in den "neuen"Ländern werden wiedergegründet. Die Rückführung der Naturfreundehäuser beginnt.

1995 100 Jahre Naturfreunde - 90 Jahre Naturfreunde in Deutschland.

1997 "Blaue Flüsse für Europa" Die bayerischen Naturfreunde führen zum obigen Thema eine Großveranstaltung an und auf der Donau durch, an der sich 1000 Naturfreunde aus allen bayerischen Bezirken beteiligen. Die Naturfreunde heute: Mit rund 600.000 Mitgliedern in ca. 3500 Gruppen zählen die Naturfreunde weltweit zu den größten nicht gewinnorientierten Organisationen umweltbewußter Freizeit-, Sport- und Bildungsmöglichkeiten. Die Naturfreunde verfügen über mehr als 1000 Naturfreundehäuser in Europa und Übersee.